Jeder Zweite kauft online

Eine neue Studie von Eurostat* dürfte nun auch die letzten stationären Händler davon überzeugen, spätestens jetzt professionell ins E-Commerce-Geschäft einzusteigen. Der aktuellen Befragung zufolge gab es im Jahr 2015 einen weiteren, deutlichen Anstieg der Onlineeinkäufe. Zum Vergleich: Haben im Jahr 2007 rund 30 Prozent der Befragten diverse Dienstleistungen und Waren im Internet gekauft, waren es im Jahr 2015 schon 53 Prozent. Experten sagen für die kommenden Jahre weitere, deutliche Steigerungsraten voraus. Onlinekäufe würden in Zukunft vor allem durch den M-Commerce (Einkäufe per Smartphone und Tablet) enorm ansteigen.

Online Händler müssen Hürden abbauen

Die Studie von Eurostat belegt im Umkehrschluss auch, dass nahezu die Hälfte der Befragten (47 %) im Jahr 2015 NICHT online eingekauft hat. Hier gibt es also noch eine Menge Potential für die E-Commerce-Branche. Den Studienergebnissen ist zu entnehmen, dass es für die Zurückhaltung von knapp der Hälfte der Befragten im Wesentlichen zwei Gründe gibt: So gaben ¾ der Befragten an, dass sie das persönliche Einkaufserlebnis suchen und somit lieber direkt beraten und bedient werden möchten. Ein weiteres gutes Viertel (27%) würde vermutlich online einkaufen, traut jedoch dem Datenschutz und der Sicherheit beim Online-Zahlungsverkehr nicht.

An dieser Stelle gibt es also für Onlinehändler zwei Ansätze, um das Onlineshopping auch für diejenigen attraktiv zu machen, die sich heute noch scheuen. So arbeiten aktuell viele Händler daran, das Einkaufserlebnis im Internet attraktiver, persönlicher und weniger anonym zu machen. Viele Shopbetreiber – insbesondere die Big der Branche setzen durch ihre Aktivitäten immer häufiger auch neue Standards, die – sofern sie funktionieren – kurz- bis mittelfristig vom Wettbewerb übernommen werden.

Herausforderungen bieten Chancen

Die wesentlichen Herausforderungen sind in dem Zusammenhang, das Vertrauen der (potentiellen) Kunden zu gewinnen – und zwar auf mehreren Ebenen: Vertrauen in die Produkte oder Dienstleistungen, Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Händlers, Vertrauen in den Service und nicht zuletzt auch Vertrauen in die Technik und Sicherheit der persönlichen Daten – inklusive dem sensiblen Bereich Zahlungsprozess. Hier gibt es nicht nur enorme Herausforderungen für die Händler, sondern auch große Chancen. Chancen, sich von Mitbewerbern im Markt abzugrenzen, dem Kunden Mehrwerte zu bieten und somit auch einzigartig oder zumindest speziell dem Kunden gegenüber zu sein – wenn nicht im Produkt, dann in anderen Bereichen, die für Kunden so wesentlich sind, dass sie durchaus kaufentscheidend sind.

Deutschland auf dem 4. Platz

Anteil OnlinekäuferDie Europäer sind in Sachen Onlineshopping weit vorn. Nach dem Vereinigten Königreich (81%), Dänemark (79%) und Luxemburg (78%) bewegt sich Deutschland – gemessen an den Usern im Alter von 16 bis 74 Jahren – auf dem vierten Platz. 73 Prozent der Deutschen nutzen demnach (zum Teil auch regelmäßig) Onlineshops. Dem gegenüber steht die Altersgruppe der 65 bis 74 Jährigen mit deutlich schlechteren Zahlen. Hier sind es EU-weit gerade mal 25% der älteren Menschen, die das Internet zum Einkaufen nutzen. Dies sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass diese Altersgruppe generell weniger das Internet nutz bzw. überhaupt Zugang dazu hat. Heruntergebrochen auf die tatsächlichen Internetnutzer in der Altersgruppe haben immerhin 53% der sogenannten Silversurfer (Altersgruppe 65 bis 74 Jahre) im Jahr 2015 online eingekauft.

*Die Studie von Eurostat (statistische Amt der Europäischen Union) gibt es hier zum Nachlesen.

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