E-Commerce mit Open-Source-System?

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Eine der wichtigsten Fragen, die sich für Online-Händler stellt, ist die nach dem idealen Shop-System. Der Markt bietet eine Vielzahl von quelloffener Software – doch sind Open-Source-Systeme auch für alle komplexe Shop-Lösungen geeignet bzw. bieten diese auch die nötige Flexibilität für Unternehmen? Wertvolle Antworten gibts hier.

 

 

 

Wann ist eine „Open-Source-Software“ interessant?

Die Bezeichnung „Open-Source“ sagt zunächst einmal nichts über Einsatzgebiete oder Funktionsumfang aus. Aktuelle Open-Source-Shopsysteme unterliegen fast keinen Einschränkungen mehr in Sachen Funktionalitäten oder Einsatzmöglichkeiten. Noch vor einigen Jahren waren Open-Source-Systeme – insbesondere auch aus Kostengründen – vornehmlich für kleinere Onlineshops interessant. Heute sind sie, nicht zuletzt aufgrund der Entwicklung von Magento Commerce oder Oxid eSales, auch für große E-Commerce-Anbieter interessant. Überall wo professionell Onlinegeschäfte betrieben werden, kommen heute auch Open-Source-Lösungen zum Einsatz.

Know-how aus der Community

Diese Entwicklung überrascht Experten nicht. Denn Open-Source-Lösungen bieten große Vorteile gegenüber klassischen Shop-Software-Paketen. So sind viele Lösungen zum Beispiel lizenzkostenfrei und können dennoch nach Belieben an die eigenen Anforderungen angepasst oder erweitert werden. Viele Anwender beschäftigen sich zudem mit der Weiterentwicklung. Dadurch wird die Abhängigkeit zu einem einzelnen Anbieter vermieden und Nutzer bekommen an vielen Stellen kompetente Hilfe und kostenlose Erweiterungen. Open-Source-Systeme haben also hauptsächlich den Vorteil, dass es viele Leute gibt, die sich mit der Software intensiv beschäftigen – sei es als Anwender oder auch als Entwickler. In gewisser Weise kann dadurch auch die Zukunftssicherheit des Systems gewährleistet werden.

Schwachstellen identifizieren

Open-Source-Systeme können aber auch suboptimale Lösungen sein. So ist der Hersteller-Support leider häufig, wenn auch nicht grundsätzlich, ein Problem. Bei einigen kleinen Projekten kann die Zukunftssicherheit auch eingeschränkt sein – zum Beispiel bei einem sehr kleinen Team an Freiwilligen oder bei Projekten mit wenig Beteiligung bzw. wenn die Projektbeteiligten zu unterschiedliche Ansichten in Bezug auf das System und dessen Ausrichtung haben.

Darauf sollte man bei der Wahl des Systems achten

  • Vollständige Dokumentation
  • Größe und Aktivität der Community
  • Wie sieht die Organisation hinter dem Projekt aus (freies Community-Projekt, Unternehmen etc.)
  • Passt das Produkt zu meinen Möglichkeiten (Stichwort: eigene Entwickler) Benötige ich einen Entwicklungspartner und gibt es diesen für das gewählte Shopsystem?
  • Passt das Produkt zu meinen Anforderungen (Stichwort: Komplexität, Funktionsumfang)
  • Passt das Produkt in meine Systemlandschaft (Warenwirtschaft, PIM, Bezahlsysteme etc.)

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OpenSource2Wer vor der schwierigen Entscheidung steht, welches Shop-System denn nun tatsächlich das Richtige ist, stellt sich auch die Frage: Ist eine Open-Source-Lösung bei Betrachtung der TCO wirklich günstiger, als E-Commerce mit Hilfe einer klassischen Shop-Software?

Nicht automatisch. Wenn ich einen Open-Source-Shop mit hochindividuellen Anforderungen komplett durch eine Agentur aufbauen und betreuen lasse, spielen die Lizenzkosten sicherlich nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger bei der TCO-Betrachtung ist also z.B. die Frage, in wie weit ich Leistungen extern einkaufen kann (Standardfunktionen) und in wie weit ich sie einkaufen muss – bei Individualentwicklungen. Außerdem müssen Betriebskosten berücksichtigt werden, die zum Beispiel bei einem Magento-System sehr hoch liegen können (Stichwort: benötigte Server, Admin Know-how etc.)

Irrtümer des Mittelstands

Im Mittelstand gibt es offenbar noch immer Aufklärungsbedarf in Bezug auf Open-Source-Systeme. Häufig sind Unternehmer falsch informiert:

  • Open-Source bedeutet nicht zwangsläufig „kostenlos“
  • Open-Source ist nicht nur etwas für kleine Shops
  • Lizenzkosten sind in der Regel nicht die größten Investitionssummen, insbesondere wenn man ein individuelles Shop-Konzept umsetzen möchte
  • Die Auswahl sollte nach eigenen Anforderungen (auch zukünftige!), nicht nur nach Trends erfolgen
  • Sofern kein eigenes, tiefgreifendes Know-how zu Anpassung / Erweiterung / Betrieb vorhanden ist, muss diese bei Open-Source-Produkten in der Regel eingekauft werden

Ein pauschales Für oder Wider gibt es nicht. Die E-Commerce-Experten der Shopstrategen ECC GmbH beraten Online-Shop-Gründer oder -Betreiber jedoch gern individuell und geben Tipps zur Einrichtung und Optimierung. Die Erstberatung ist bei den ShopStrategen übrigens kostenfrei.

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